»Notenkorrektorat? Was ist denn das?«
Sie können sich unter Notenkorrektorat nichts vorstellen? Gerne gebe ich Ihnen einen kleinen Einblick in den Kopistenalltag:
»Zweite Flöte, was spielen Sie denn da?«
Wenn der zweite Flötist oder ein anderer Musiker nicht das spielen, was der Dirigent hören möchte, kann das daran liegen, dass sich Fehler in die Instrumentenstimme eingeschlichen haben. Die Fehler fallen oft erst in der Probe auf, wenn Musiker und Dirigent bemerken, dass es an einer oder mehreren Stellen falsch klingt und anhand der Partitur überprüfen, ob in der Stimme des Musikers tatsächlich dasselbe steht wie in der Partitur des Dirigenten.
Die einzelnen Instrumentenstimmen sind ja aus der Partitur herausgeschrieben (kopiert) worden und dabei passieren schon mal Fehler. Wenn sie sich häufen, werden die Stimmen an den Notenkorrektor gegeben, der sie mit der Partitur abgleicht und die Fehler korrigiert.
Manchmal hat sich aber auch der Komponist "vertan" und Akkorde falsch notiert, das muss man dann aus dem harmonischen Zusammenhang erkennen (ähnlich wie falsche Buchstaben beim Textkorrektorat) und korrigieren.
Wenn es nur die Partitur gibt
Das Korrektorat ist ein Teilbereich der sogenannten Notenkopistentätigkeiten, zu denen auch das Kopieren/Ausschreiben von Instrumentenstimmen aus der Partitur gehört. Dies geschieht beispielsweise bei neuer Musik oder bei Big-Band-Arrangements, wenn die Komponisten/Arrangeure nur die Partitur abliefern und die einzelnen Stimmen daraus erst "ausgeschrieben", sprich abgeschrieben werden müssen, damit das Stück aufgeführt werden kann.
Wie Stimmen »eingerichtet« werden und was es damit auf sich hat, erfahren Sie auf der nächsten Seite.



